Biertest - Radeberger Pilsner
Brauerei:
Radeberger Exportbierbrauerei GmbH / Radeberg
Herkunft:
Deutschland
Getestet am:
16.11.2009
Testobjekt:
0,5l-Longneck-Flasche
Biersorte:
Pilsener
Alkoholgehalt:
4,80%vol.
Zutaten:
Wasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfen
Farbe:
goldgelb
Schaumkrone:
relativ viel
Geruch:
sehr hopfig
Geschmack:
sehr hopfig, würzig, trocken, langer Abgang
Sonstiges:
-
Fazit:
Bewertung 05.10.2003: Das Radeberger... ehemals Königlich Sächsischer Hoflieferant. Das ist doch mal eine Aussage. Und dieses wird heute mal angetestet. Der Schaum und die Farbe dieses Pils' sind schon mal einwandfrei. Gut so! Der erste Schluck, meistens der Ausschlaggebende, wirkt richtig gut. Weich, frisch, vollmundig. Das nenn ich mal ein vorbildliches Pils. Schön malzig, aber doch mit einer deutlich spürbaren Würze. Ein wirklich süffiges, nettes Pils aus Sachsen. 8 von 10 Punkten.
Bewertung 16.11.2009: Das "Radeberger Pilsner", eine Institution in Deutschland. Mittlerweile wurde sogar Deutschlands größte Brauerei-Gruppe nach diesem Bier benannt. Welch Karriere für ein ehemaliges Ossi-Bier. Obwohl es damals für den "normalen" DDR-Bürger so einfach gar nicht zur Verfügung stand, da es vorrangig als Devisenbringer ins Ausland verkauft wurde. Und heute steht es zum zweiten Mal nach 2003 wieder vor mir. Das Etikett wurde leicht modifiziert, der Alkoholgehalt ist immer noch der gleiche. Und geschmacklich??? Das wissen wir gleich. Schenken wir dieses Untergärige doch erst mal ein... Ein blankes goldgelb, dazu eine feste Schaumkrone. Optisch ist dieses Pils schon ganz weit vorne mit dabei. Immerhin erhielt die Exportbierbrauerei Radeberger am 11. Dezember 1905 die Genehmigung, das heutige Testbier dem König Friedrich August III. von Sachsen als Tafelgetränk auszuschenken. Welch Ehre... Nun wollen wir aber mal einen zünftigen Schluck zu uns nehmen... Ein ausgesprochen hopfiger Antrunk. Holladiewaldfee. Das ist nichts für Mädchen. Sauber und trocken zeichnet sich der Hopfen auf der Zunge ab. Leicht bitter zu Beginn, dann mit der Zeit immer knackiger im Körper. Ja, so muss ein Pilsbier schmecken. Aber auch das süßlich Malz versteckt sich nicht. Gerade im vorderen Drittel schaut das Gerstenmalz durch und sorgt so für ein süffiges Geschmackserlebnis. Eine nahezu perfekte Melange. So fällt man auf, und zwar positiv. Da gibt es unendlich viele Pilsener in Deutschland, die alle gleich unauffällig schmecken. Und das Radeberger macht es anderes und zwar besser. Ein voluminöser Körper, gute Zutaten, klare Aromen. Alles zusammen: sehr lecker. Und damit bekommt es einen Punkt mehr als noch im Herbst 2003. Insgesamt also: 9 von 10 Punkten.
Bewertung:

John aus den Niederlanden
2006-05-06
Als Fan von deutsche Biere ist dieses Bier wieder so einer um zu lieben, deshalb 8 punkte! Silvio am 25.08.2006 : Sächsischer Hoflieferant - das war vielleicht mal. Diesem Bier hat die Eingliederung in einen Großen Bierkonzern überhaupt nicht gut getan. Früher was besonderes - heute kantenloses Einheitsbier...
Martin
2005-11-17
Was mir an diesem Bier negativ aufgefallen ist, ist der Schaum: viel zu grob strukturiert und daher zerfällt er auch unheimlich schnell. Umso mehr stimme ich jedoch mit den Attributen mild, hopfig und weich überein und der lange Abgang verdient es ebenfalls, betont zu werden. Sehr angenehm empfinde ich den süffig-sanften Körper, der dieses Pils gut "runterlaufen" lässt. Schöne Grüße, Martin
Peter
2005-10-28
Mag man dem Radeberger vor einigen Jahren noch die Nähe zu Böhmen angemerkt haben - die "Braumeister" haben es m. E. immer mehr dem Trend zu Geschmacklosigkeit angepasst: stromlinienförmig reiht es sich in die große Anzahl der Fernsehbiere ein und entspricht damit dem vermeintlichen Geschmack des Durchschnittspublikum! Auch hier gilt leider sie alte Werbeweisheit, dass jede Behauptung, wenn sie nur oft genug wiederholt wird, irgendwann als bewiesene Wahrheit hingenommen wird! Schade - es schmeckte früher würziger und vollmundiger! Das Gleiche gilt übrigens auch für das "Lübzer", bevor es "verholstent" wurde! Gruß Peter
Stefan
2005-08-20
... schmeckt mit überhaupt nicht, zu "weich" eben, fast "ölig"...
Roger
2005-06-30
Eindeutig, hier ist die Nähe zum Böhmerland eindeutig auszumachen, weiches Brauwasser, süffiger Trinkgenuß, malzige Ausgewogenheit, all diese Tugenden sind hier erkennbar, leider ist dieses Bier auch in den oberen Preisregionen angesiedelt, was aber bei der gebotenen Qualität auch durchaus in Ordnung geht. 8,5 Punkte.
Michael
2003-11-16
Radeberger (auch im Kennerkreis nur Radi genannt) ist wohl zur Zeit das beste Bier was Deutschland zubieten hat.

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