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Biertest - Faust Auswandererbier 1849

Bewertung: 10 / 10 Punkten

Brauerei:

Brauhaus Faust OHG / Miltenberg


Herkunft:

Deutschland


Getestet am:

09.12.2014


Testobjekt:

0,75l-Bügel-Flasche


Biersorte:

India Pale Ale


Alkoholgehalt:

8,00%vol.


Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen


Farbe:

trübes bernstein


Schaumkrone:

durchschnittlich


Geruch:

nach Mango und Ananas


Geschmack:

fruchtig, trocken, bitter, langer Abgang


Sonstiges:

-


Fazit:

Ein ganz besonderes Bier steht heute Abend vor mir. Nicht nur die Größe der Flasche (0,75l) und der Alkoholgehalt (8%vol.) sind außergewöhnlich, auch alles andere ist besonders bei dieser Bierspezialität aus dem unterfränkischen Miltenberg. Das "Faust Auswandererbier 1849" verdankt seinen Namen der Auswanderungswelle zwischen 1849 und 1891. In dieser Zeit sind knapp 4 Millionen Deutsche in die USA migriert. Einer der ersten war August Krug, der Sohn des Besitzers des Vorgängers des heutigen Brauhauses Faust. Dieser ist 1849 losgesegelt und weil seine Eltern den Jungen auf der Überfahrt nicht verdursten lassen wollten, hat Papa ihm ein extra starkes und bitteres Bier gebraut. Denn diese beiden Dinge lassen das Bier nicht schlecht werden. Schlau, oder? Vor Ort in Amerika hatte der Sohn dann schnell Fuß gefasst und die berühmte Schlitz-Brauerei gegründet, die zeitweise die größte Brauerei der Welt war und heute immer noch als Marke existiert. Aber kommen wir zum Bier. Der Braumeister hat bei diesem Imperial IPA die deutschen Hopfensorten Perle und Tettnanger, sowie die amerikanischen Sorten Chinook, Citra, Columbus und Cascade verwandt. Das verspricht höchsten Genuss. Und über 80 Bittereinheiten. So, nun möchte ich aber wissen, wie es schmeckt. Und aussieht. Und die Antwort lautet: Klasse schaut es aus: hefetrüb ist es, die Farbe ist satt bernstein, der Schaum fest und cremig. Und der Geruch ist noch besser: sehr fruchtig nach Mango und Ananas. Na, das fängt ja prima an. Die ersten Sekunden sind direkt eine Ansage. Die feine Kohlensäure moussiert angenehm auf der Zunge, sofort schlagen die fruchtigen und bitteren Aromen zu. Wow, das ist wirklich gewaltig. Der Bitterhopfen ist sofort dominierend, ein staubtrockener Antrunk ist vorhanden. Dazu sind als Kontrast die fruchtigen Geschmacksmomente präsent: Mango, Litschi, Ananas, Grapefruit. Fünf-zehn Sekunden lang ist dieser geschmackliche Fruchtcocktail im Vordergrund, dann zieht er sich langsam zurück, um der endlosen, dunklen Bitteren der Vorzug zu lassen. Man nimmt einen weiteren Schluck zu sich, und das Spiel fängt von vorne an. Erst fruchtig-süßlich, dann kommt die Bittere durch. Und zwischendurch wirkt es immer mal wieder weich. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Bittere und man fühlt sich fast genötigt, immer wieder von Vorne zu beginnen. Echt toll gemacht. Ein klasse Komposition. Und deshalb ist es selbstverständlich, diesem Bier die Höchstpunktzahl zu geben... Ich kann mir wirklich sehr gut vorstellen, wie das Bier zu scharfen Essen wie Chili oder Pfeffersteak noch besser mundet.


Bewertung:

Bewertung: 10 / 10 Punkten


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Andreas
2015-01-01

Kürzlich bin ich durch Mario's Biertest auf dieses Bier aufmerksam geworden. Auf einer Fahrt nach Nürnberg habe ich extra einen Abstecher nach Miltenberg zur Brauerei Faust gemacht, um diese Bierspezialität zu kaufen. Selbstredend habe ich auch noch andere Raritäten und eine gemischte Kiste der Standardbiere mit eingepackt - ein teurer Spaß. Die 0,75 Liter Bügelflasche ist schon mal etwas ganz besonderes. Die Geschichte zum Bier (siehe oben) wird auf einem Umhänger erzählt. Mit seinem Maronenton und einer schönen Schaumkrone macht das trübe Bier auch im Glas eine gute Figur. Dem Glas entströmen fruchtige Aromen. Es ist tatsächlich Mango und Ananas dabei und Zitrusfrucht ist auch zu riechen. Das Aromafeuerwerk setzt sich im Mund mit steigender Intensität fort. Eine frische, leicht süßliche Obstmischung ergießt sich in den Gaumen. Dazu gesellt sich eine ungewohnt starke Bittere von den großzügig zugefügten Aromahopfensorten. Wow, das muss man(n) erst mal verkraften - ein Mädchenbier ist das nicht. Dieses Bier ist etwas ganz besonderes. Nichts zum Durst löschen, sondern eher wie ein guter Rotwein zu genießen - superb! Nicht nur in Punkto Flaschenvolumen und Gaumenkitzel, auch preislich rangiert dieses Bier in den Regionen guter Weine. Knapp 10€ sind zwar eine Ansage, aber gut investiert.


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