Biertest - Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius 2011
Brauerei:
Alpirsbacher Klosterbräu Glauner GmbH & Co. KG / Alpirsbach
Herkunft:
Deutschland
Getestet am:
30.10.2011
Testobjekt:
0,75l-Flasche mit Naturkork
Biersorte:
Belgisches Dubbel
Alkoholgehalt:
7,70%vol.
Zutaten:
Brauwasser, Weizenmalz, helles Gerstenmalz, Klostermalz, Tettnager Doldenhopfen, Abtei-Hefe
Farbe:
sattes goldgelb
Schaumkrone:
durchschnittlich
Geruch:
fruchtig
Geschmack:
fruchtig, malzifg, hopfig, langer Abgang
Sonstiges:
-
Fazit:
Ein besonderes Bier steht vor mir. Das "Alpirsbacher Klosterbräu Ambrosius Jahrgang 2011" ist ein Abteibier, welches in dem der Brauerei nahegelegenen Benediktinerkloster nach einem "geheimen" Rezept gebraut wird und von Hand in ansehnliche 0,75l-Flaschen abgefüllt und mit einem Naturkork versehen wird. Überhaupt ist der ganze Auftritt dieses Starkbieres sehr eindrucksvoll: goldene Schrift, ein hochwertige Verpackung um die Flasche herum und gewählt wird eine sehr vornehme Sprache. Man redet vom "Siegel des Wahren", von der "Reminiszenz an die Wahrhaftigkeit der Benediktinermönche" und der "Sehnsucht nach einem vollendeten Starkbier". Nicht schlecht, das Rahmenprogramm passt. Der Namenspatron dieses Bieres war der Prior des Klosters, Ambrosius Blarer, der seinerzeit (höchstwahrscheinlich) das Rezept für dieses Bier mit seiner Stammwürze von 18% selbst schuf. Und nach so viel Fakten, bin ich wirklich auf den ersten Schluck gespannt. Zuvor werfe ich aber einen Blick auf das Aussehen. Ein honigfarbenes Goldgelb mit einer durchschnittlichen Schaumkrone. Sofort nach dem Einschenken sind eine Menge fruchtiger Aromen im Raum zu riechen: Birne, Apfel und etwas Limette. Der erste Schluck ist sehr spritzig, schön prickelnd läuft dieses Bier die Kehle herunter. Auch hier überwiegt die Fruchtigkeit. Leicht blumig mit einer dominanten Zitrusnote, die der Süße etwas Platz lässt, aber nicht süß schmeckt. Bis hierhin ist dieses Bier schon mal außergewöhnlich gut. Viel intensiver kommt der glasklare Hopfen durch, der unglaublich lecker ist. Dadurch wird dieses Bier, welches an belgische Trappistenbiere erinnert, richtig bitter und trocken. Man erinnert sich entfernt an die Kindheit, als der Hustensaft noch übel-bitter geschmeckt hat. Oder an die erste Grapefruit. Ja, und heute liebt man diesen bitter-süßen Geschmack. So ist es bei diesem Alpirsbacher. Ein sehr komplexes Bier, welches garantiert nicht jedem schmecken wird. Zumindest nicht der Beck's-Gold-Generation. Nein, dieses Biere in der edlen Aufmachung ist was für Feinschmecker. Das merkt man auch am Preis, denn diese 0,75l-Flasche kostet um die 9€. Ich muss aber sagen: Der Preis ist gerechtfertigt. Ein tolles, leckeres, komplexes Bier mit einer Lebendigkeit, mit einer Fruchtigkeit und einer langgezogenen Bittere, die man so nicht alle Tage zu schmecken bekommt. Und wenn ich auf dem Etikett lese "Jahrgang 2011", dann gehe ich davon aus, dass es jedes Jahr eine neue Variation dieses Abtei-Bieres gibt. Das finde ich toll, wo der Trend zum Jahrgangsbier sowieso gerade im Kommen ist. Das Ambrosius kann mich vollends überzeugen.... Toll, toll, toll....Eines der 20 besten Biere, die ich in meinem Leben je getrunken habe... 10 Punkte Plus!
Bewertung:



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